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Warum ist Veganes wichtig?

Es ist zwar schon etwas her, aber alle, die heute einer Beute nachjagen, haben in ihrem Stammbaum irgendwo einen Vegetarier. Auch wir, Wurst- und Schwenkbratenliebhaber, haben nahe Verwandte, die noch heute fit wie Turnschuhe durch Baumkronen turnen und sich dabei überwiegend von im Überfluss vorhandenem Grün ernähren. Trotz aller anatomischen Unterschiede – der Stoffwechsel arbeitet bei Wirbeltieren ähnlich und benötigt folglich dieselben Vitamine, dieselben Mineralien, dieselben Aminosäuren. Mutter Natur sorgt dafür, dass all dies ausreichend vorhanden ist – unterschiedlich „verpackt“ im Artenreichtum von Flora und Fauna. Die enorme Artenvielfalt ist u. a. auch deshalb entstanden, weil Tiere sich anatomisch und genetisch auf bestimmte Nahrungsquellen fokussiert haben – spezialisiert auf picken, grasen, knabbern oder die Jagd. Sie sind angepasst, um bestimmte Nahrung aufzunehmen und die enthaltenen Nährstoffe optimal zu verwerten.

In vielen Tierfilmen zu beobachten – das große Fressen großer Raubtiere beginnt mit dem Unterleib der Beute – in der Regel Pflanzenfresser.

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Die Gemüsebeilage ist bereits verspeist!

Der Verdauungstrakt und seine Inhalte sind für große Karnivoren die Nährstoffbombe schlechthin. Innereien, Blut und „Gemüsepüree im Naturdarm“, selbst für den König der Tiere eine Delikatesse – als Hundefutter in heimischer Küche nicht so der Brüller.

Häufig mit Nährstoffmangel begründet wird die Kotaufnahme von Artgenossen, Koprophagie genannt. Für dieses Verhalten gibt es viele Theorien. Trotz ausgewogener Fütterung wird dieses Phänomen aber bei fast allen Tierarten (z. B. auch Kaninchen) beobachtet. Es ist harmlos und kann toleriert werden. Allerdings besteht die Gefahr, dass auch etwaige Parasiten von Artgenossen mit aufgenommen werden. Exzessives Auftreten sollte aber in jedem Fall abgeklärt werden, da eine Erkrankung z.B. der Bauchspeicheldrüse vorliegen könnte.

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 „Vielleicht sollten wir öfter mal ins Gras beißen  (Frank Jester – Arzt, Zahnarzt und Buchautor)

 

 

Chemisch extrahierte, synthetisierte oder hydrolysierte Substanzen finden sich als Zusätze in nahezu jedem Alleinfutter. Hochdosierte monoide Ergänzungen haben bei gesundheitlich bedingtem Mangel mit Sicherheit auch ihren Nutzen. Doch ein gesunder Hund sollte seinen Bedarf natürlich decken können. Das Zusammenwirken von Enzymen und Bakterien, vielfältige biochemische Reaktionen im Darm, all das funktioniert auch ohne pharmakologische Hilfe.

Gras – nicht nur grün, es ist auch unerhört gesund (fand Nobelpreisträger Richard Willstätter heraus). Gräser und Blätter sind neben dem Ei die wohl einzigen „Alleinfuttermittel“, die Mutter Natur jemals kreiert hat. Einige Blattgemüse und Getreidegräser weisen ein Aminosäuren-Spektrum auf, das dem von Fleisch ebenbürtig ist. Vergessen wir nicht: große Landtiere – Elefant, Nashorn, Rind, Pferd, Elch – sind Vegetarier. Sie besitzen allerdings auch wesentlich kompliziertere Verdauungsorgane, und die benötigten Mengen sind enorm. Nährstoffe aus terrestrischer Vegetation waren der Schlüssel zur evolutionären Entwicklung der Tierwelt und spielen bis heute eine Rolle auch im Vitalstoffbedarf von Raubtieren. Denn die molekularen Strukturen von Chlorophyll und Hämoglobin sind nahezu identisch. Hauptunterschied: das „grüne Blut der Pflanzen“ basiert auf dem Mineral Magnesium – Hämoglobin auf Eisen. Darum ist Gemüse generell, Chlorophyll haltiges Grün im Besonderen, die wohl sinnvollste Ergänzung zum Grundnahrungsmittel Fleisch.

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Lebensgrundlage – in Chloroplasten wird aus Sonnenlicht biologisch verwertbare Energie.

 

Ob nun frisch, gekocht oder getrocknet: richtig ist, dass durch jede Verarbeitung, also auch durch Trocknen, Nährstoffe verloren gehen. Dies geschieht allerdings durch Ernte zum falschen Zeitpunkt, bei Transport und Lagerung ebenso. Richtig ist nämlich auch, dass durch den Entzug von Wasser vollwertige, nährstoffreiche Konzentrate entstehen:

 

Gemüsesorte

mg/100g*

Mohrrübe

getrocknet**

Mohrrübe

frisch

Kürbis

getrocknet**

Kürbis

frisch

Broccoli

getrocknet**

Broccoli

frisch

Luzerne (Alfalfa)

getrocknet**

Wasser % 6,9 89,3 6,9 92,8 6 89,6 0,9
Fruchtzucker % 39,2 4,6 36,5 3,6 20,7 2,38 k. A.
Vitamin A 7,3 1,6 1,1 0,2 0,7 0,1 3,9
Vitamin E 3,7 0,5 0,8 <0,1 5,1 0,6 11,3
Vitamin B3 4,4 <0,1 12,1 1,6 7,8 1 1,9
Kalzium 330,00 41,00 216,0 27,00 873 105 2180
Eisen 15,9 2,1 5,8 0,8 10,2 1,3 20
*Rohstofftypische Analysen – unterliegt natürlichen Schwankungen **feines Granulat

 

Durch schonendes Trocknen werden granulierte Gemüse und Obst zu gesunden Vitamin-, Mineralstoff- und Energielieferanten. Getrocknete Natur, die jedem synthetischen Zusatz vorzuziehen ist und vorverdaute, pflanzliche Darminhalte ersetzen kann. Unverzichtbar für all jene, die trotz permanentem Zeitdruck die tägliche Fleischration für ihren Vierbeiner gesund, vollwertig und abwechslungsreich ergänzen wollen.