Futter für Welpen? – Das sollte man wissen!

Einen jungen Hund großzuziehen macht viel Freude – bedeutet aber auch viel Verantwortung. Schon früh müssen die Weichen für ein Miteinander von Hund und Mensch gestellt werden. Dies gilt zum einen für die Erziehung, ganz besonders aber für die Ernährung, denn ein glückliches, vitales Hundeleben von Anfang an – oder Spätfolgen mangelhafter, falscher Fütterung – diese Verantwortung liegt bei Ihnen.

Seit Tausenden von Jahren gelingt es dem tierischen Nachwuchs, in freier Wildbahn erwachsen zu werden – ohne Welpenfutter. Denn dies gibt es nach der Muttermilch nicht. Den Bedarf für ein gesundes Wachstum decken die Kleinen schon bald, indem sie ab etwa der 8. Lebenswoche nach und nach mit der Aufnahme fester Nahrung beginnen – so viel wie in das kleine Bäuchlein rein geht. Einleuchtend, dass bei dieser zunächst räumlich begrenzten Kapazität mehrere Mahlzeiten am Tag notwendig sind, um aus einem kleinen Hund einen Großen zu machen. Damit dies gelingt, wird so ziemlich an allem geknabbert, was vor die Schnauze kommt…

 

…irgendetwas Brauchbares wird schon dabei sein.

 

So testet der Welpe bei einer ersten Futterumstellung immer und immer wieder die Toleranz seiner Verdauungsorgane – und bildet so Immun- und Abwehrkräfte, die ihn robust und widerstandsfähig machen – für ein ganzes Leben. Und dabei können Sie helfen! Denn die Menge ist das eine – die Auswahl der Futtermittel das andere.

Monotone Fütterung mit denaturierten, künstlich standardisierten Futtermischungen – die beste Voraussetzung für spätere Intoleranzen und Unverträglichkeiten. Denn Studien zufolge erhöht der Verzicht auf bestimmte Nahrungsmittel im Wachstum die Gefahr auf allergische Reaktionen im Alter – bei Tier und Mensch. Wildtiere suchen und finden, oder jagen und erlegen ihre Nahrung selbst. Jeweils ihrer Art entsprechend – von Mama und Papa überliefert. Artgerecht und Füttern – ein Widerspruch in sich. Die Hühner auf Nachbars Grundstück sind tabu, und will sich ein Hund beim Spaziergang artgerecht selbst versorgen, wird er häufig mit einem „Pfui“ zurückgerufen. Nicht zu Unrecht, denn das, was da gefunden wird, widerspricht nicht nur unseren Hygieneansprüchen. Je nach Fundstück ist sogar die Gesundheit bedroht. So machen sich alle stolzen Welpenbesitzer zu Recht Gedanken darüber, welche Kost ihr kleiner Vierbeiner benötigt.

Die Antwort: genau dasselbe wie ein Großer – nur im Verhältnis zum Körpergewicht die zwei- bis dreifache Menge. Wie auch sollte ein Jungtier in freier Natur anderes Futter finden als seine Eltern? (Zum Kalziumbedarf kommen wir gleich). So unterscheiden sich Welpenfutter und Futtermittel für erwachsene Tiere im Endeffekt nur durch voneinander abweichende Mengenempfehlungen. Nochmal – die Aufnahmefähigkeit der kleinen Bäuche hat anatomisch bedingt natürliche Grenzen, und darum sind für die erforderlichen Mengen eben mehr Mahlzeiten nötig. Jedenfalls dann, wenn Sie Ihren Welpen so natürlich wie möglich aufziehen möchten.

Richtlinien für die täglichen Gesamtmengen:

(diese Mengen garantieren noch keine ausreichende Nährstoffversorgung – maßgeblich sind Zusammensetzung und Vitalstoffgehalt)

Erwachsener Hund Welpe / junger Hund*
Futter mit natürlicher Feuchte min. 2 – max. 4% des Körpergewichts min. 4% / max. 6% des Körpergewichts*
Getrocknete Futtermittel min. 1,2 – max. 2% des Körpergewichts min. 2% / max. 4% des Körpergewichts*
*in kürzeren Abständen immer wieder das aktuelle Körpergewicht ermitteln.

Beispiel, Ihr Welpe wiegt 5kg:

Eine Tagesration Trockenfutter liegt also bei mindestens 100g (2%) – Feuchtnahrung bei mindestens 200g (4%).

Nach sechs Monaten hat er schon stolze 15kg:

Die Tagesration Trockenfutter liegt dann also bei mindestens 300g (2%) – Feuchtnahrung bei mindestens 600g (4%).

Seriöse, pauschal gültige Empfehlungen abzugeben ist unmöglich. Wie so oft, liegt die Wahrheit nach meinen Erfahrungen in der Mitte. An den individuell optimalen Bedarf müssen Sie sich selbst herantasten. Das Tagesminimum verteilen Sie idealerweise auf vier, mindestens aber auf drei Mahlzeiten. Ist der Napf nach jeder Mahlzeit leer, kann die Menge behutsam bis zum Tagesmaximum erhöht werden. Fordert die/der Kleine dann noch mehr, sollte ggf. auf Parasiten untersucht werden. Bleiben dagegen Reste im Napf zurück, dies wird ab etwa dem 8. Monat bei kleinen – ab dem 12. Monat bei großen Hunden in jedem Fall eintreten, reduzieren Sie die Menge wieder langsam. Generelle Appetitlosigkeit oder Verweigerung trotz vollwertiger Nahrung sollte aber umgehend medizinisch abgeklärt werden.

DOGtimal®getrocknet oder ulTIERmativ®BIO – Komplettfutter (Alleinfuttermittel) sind nicht nur für die Großen, sondern auch für das gesunde Wachstum der Kleinen Hund- und mundgerecht zusammengesetzt. Ohne Erfahrung mit der Aufzucht von Welpen sollte man ohnehin in jedem Fall Komplettmischungen füttern. Dies heißt aber nicht jeden Tag das Gleiche. Nur natürliche Vielfalt und unbelastete Qualität werden auf Dauer individuell unterschiedlichem Bedarf zuverlässig, vor allem aber ohne Risiken oder Nebenwirkungen decken.

Ergänzungen: Wenn Sie wie bisher beschrieben verfahren, wird Ihr Welpe sich bald zu einem gesunden, vitalen Hund entwickeln. Ergänzungen sind in der Regel überflüssig. Drei Dinge, die Sie aber wissen sollten:

Kalzium: Wölfe erreichen ein Endgewicht von etwa 50 – 60 kg, die Gewichtsklassen bei Hunden dagegen reichen von zwei bis zu 80kg. Dass sich da der Kalziumbedarf zum Skelettaufbau stark unterscheidet, ist nur logisch. Doch selbst dieser unterschiedliche Bedarf wird über ausreichend gehaltvolle Nahrung gedeckt. Denn nicht nur das Skelett wächst – auch das Fassungsvermögen der Verdauungsorgane wird größer. Deswegen: überprüfen Sie in Abständen das aktuelle Gewicht und passen Sie die Futtermenge an. Bei Hunden mit einem zu erwartendem Endgewicht von über 20 kg sollte allerdings auf den Knochenanteil (Hälse, Karkasse) im Futter geachtet werden. Unterstützend können getrocknete Hälse gefüttert werden (Huhn, Ente, Gans). Für die Kleinen sollte in der Umkehr darauf geachtet werden, dass tierisches Protein nicht nur von Knochen oder Knochenmehl stammt. Konzentrierte Kalziumzusätze sind mit Nichten unbedenklich. Überhöhte Zufuhr kann besonders bei jungen, kleineren Hunden zu Verwachsungen führen, die im Alter nicht mehr reparabel sind. Mehr dazu:

http://www.fressi-fressi.de/series/series_food_12a_knochen_calcium_phosphor_stoffwechsel.htm

Jod: Der Jodmangel in den Böden Mitteleuropas ist kaum noch ein Thema. Unser Speisesalz ist mit Jod angereichert, so dass die früher weitverbreitete Unterfunktion der Schilddrüse beim Menschen wesentlich seltener diagnostiziert wird. Hunde dagegen haben keine Schweißdrüsen, und verlieren damit wesentlich weniger Flüssigkeit und somit Salz. Sie wären also schnell „versalzen“. Eine ausreichende Versorgung mit dem Spurenelement Jod muss allerdings gewährleistet sein, und so finden Sie mit BIO-Lachs, getrockneten Sprotten oder Fischhaut maritime Futtermittel in unserem Sortiment, welche die Versorgung maßgeblich sichern. Zusätzlich enthalten alle unsere trockenen Alleinfutter grundsätzlich maritime Algen. Diese wären zwar auch als einzelne Zusätze erhältlich. Doch Vorsicht! Der Jodgehalt in diesen hochkonzentriert getrockneten Produkten ist teilweise immens. Unverständlich, dass vor dauerhaftem, übermäßigem Gebrauch nicht gewarnt wird, denn eine krankhaft veränderte Schilddrüse hat Auswirkungen auf viele Stoffwechselfunktionen, und u.U. sogar auf das Verhalten – bis hin zu krankhafter Aggressivität.

Fette sind essentiell (lebenswichtig): Omega-N-Fettsäuren werden klassifiziert. 6 und 9 sind ausreichend in vielen Nahrungsmitteln enthalten. Besonders der Bedarf an Omega-6 Fettsäuren kann durch vollkörniges Getreide oder deren Keimöle in der Regel mehr als gedeckt werden. Reich an Omega-3 Fettsäuren dagegen sind nur wenige Nahrungsmittel – vorne weg Seefische wie Lachs, Heilbutt und Hering. Regelmäßige Fischrationen als tierische Proteinquelle sind also unbedingt zu empfehlen, denn…

…für Ihn will man einfach nur das Beste!

Mehr finden Sie auch unter „Fütterung–Basiswissen“ – oder fragen Sie einfach telefonisch nach:

+49 (0)651 99631832

Ihr Thomas Kuhn